Charles Gounod

Auch Charles Gounod (1818-1893), bekommt zweimal den Rompreis und ist dort beeindruckt von dem klaren Chorklang der „alten“ Palestrina-Musik in der Sixtinischen Kapelle. Mendelssohns Schwester Fanny Hensel, in die Gounod schwer verliebt ist, spielt ihm Musik von Beethoven und vom alten, inzwischen vergessenen Bach meisterlich auf dem Klavier vor, ihr Bruder Felix macht ihn in Leipzig mit den großen Orgelwerken bekannt. Die Sängerin und Komponistin Pauline Viardot-Garcia, Schwester der noch berühmteren Malibran, infiziert Gounod dann mit dem Opernvirus.

In seiner Oper „Marguerite“, 1859 gleichzeitig mit Wagners „Tristan“ entstanden, bearbeitet er den Stoff von Goethes Faust, stellt allerdings das Gretchen in den Mittelpunkt: ihre Empfindsamkeit der reinen Seele und die Gewissensqualen nach dem Fall. Die Oper wurde 47mal im Pariser „Theatre lyrique“ aufgeführt, zum Unmut mancher Franzosen, denen das Ganze zu deutsch war. - Gounod ist ein Meister des Halbdunkeln, der gebrochenen Farbtöne, der morbiden Klänge.
Valentins Gebet fügte er bei einer Aufführung in London hinzu.

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