'Kölner Stadt-Anzeiger

Kölner Stadt-Anzeiger - Niklas Pinner - 30.12.2020

Ein Orchester steht still

Bergheimer Musiker können seit Langem nicht proben

Keine Konzerte, kaum Proben: Auch das Sinfonieorchester Bergheim ging in eine Zwangspause. „Vor einem Jahr hätten wir noch nicht daran gedacht, dass das Jahr 2020 im wahrsten Sinne sang- und klanglos verstreichen würde“, schreibt das Orchester in seinem Newsletter. Dirigent Andreas Hilner berichtete am Telefon, wie das Orchester das Jahr erlebt hat.

„Wir haben eine sehr lange Pause gemacht“, sagt Hilner. Mit dem ersten Lockdown im März setzte auch das Sinfonieorchester seine Proben aus. Fast ein halbes Jahr kamen die Musikerinnen und Musiker, die meistens in einem Turnus von zwei Wochen in der Grundschule Am Schwarzwasser in Ahe proben, nicht mehr zusammen. Ende August folgte dann eine erste Probe, aber auch die nicht in voller Besetzung. Die Stimmführer waren gekommen, „eine Vorbereitungsprobe für ein neues Programm“, erklärt Hilner.

Mit allen gemeinsam zu proben, sei nicht drin gewesen. Das Orchester habe eine Hygienekonzept erstellt. Abstände seien großzügig eingehalten worden. Außer am Platz mussten alle eine Maske tragen, überall stand Desinfektionsmittel bereit. Die Abstandsregeln hätten es unmöglich gemacht, dass das gesamt Orchester, das aus Profis und Laien bestehe, habe zusammenkommen können, berichtet Hilner. Für ein zweite Probe wurde das Orchester, das inklusive Aushilfe bei Konzerten 60 bis 70 Leute umfasst, in kleinere Gruppen geteilt. Die Proben dauerten den ganzen Tag, sodass „das ganze Orchester einmal durch war“, sagt Hilner. Für die dritte Probe wurden dann kleine Besetzungen gebildet, alle Stimmen sollten besetzt sein.

Das war es dann aber auch wieder, mit dem zweiten Lockdown hat das Bergheimer Sinfonieorchester den Probenbetrieb erst einmal wieder eingestellt. „Auch aus Eigenverantwortung“, berichtet Hilner. Einige aus dem Orchester gehören zur Risikogruppe.

Hilner ist nicht besonders optimistisch, was die nähere Zukunft angeht: „An eine große Besetzung glaube ich nicht.“ Im Juni, am 12. Und 13., will das Orchester wieder auftreten, im Medio bei der Capo Night of Music mit Jugendchor und der Band Recovered Dimension. Dafür seien Proben natürlich unerlässlich. „Und grade Chöre haben ja noch höhere Auflagen“, weiß Andreas Hilner.

Der Vorsitzende Stephan Schmitz hätte sich im Hinblick auf die Kultur ein anderes Vorgehen gewünscht: „Ich hätte mir einen früheren und härteren, aber dafür kürzeren Lockdown gewünscht.“

Auf den 3. Oktober 2021 verschoben sind die eigentlich für Mai dieses Jahres geplanten Klassikkontraste unter dem Mott „Märchen und Mythen“. Karten behalten ihre Gültigkeit.

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