|
Franz-Josef Stürmer, geboren am 14.11.1952, ist seit Anbeginn mit dem Sinfonieorchester Bergheim eng verbunden. Er erhielt vom Orchestergründer und Leiter des JSO Josef Weitensteiner bis zu seinem Abitur Violinunterricht und gehörte als Geiger zu den ersten Mitgliedern des damaligen Weitensteiner Spielkreises. Josef Weitensteiner war dann auch maßgeblich an der Entscheidung beteiligt, Instrumentalpädagogik mit dem Hauptfach Oboe an der Musikochschule in Düsseldorf zu studieren. Nach Abschluss des Studiums erwarb Stürmer erste Berufspraxis als Musiklehrer an der Musikschule Dormagen, bevor er 1981 die Leitung der Musikschule Oerlinghausen übernahm. Ab 1984 leitete er die Musikschule Radevormwald. 1989 kehrte er zurück nach Bergheim und übernahm als erster hauptamtlicher Leiter die Direktion der Jugendmusikschule Bergheim. Sein Hauptaugenmerk lag in der gesamten Zeit vornehmlich auf den Musikschulensembles und der Kammermusik. Seit 1993 ist er Inhaber des Musikfachgeschäftes Tritonus-Musik in Kerpen-Horrem.
Während seines Studiums und der späteren Berufstätigkeit blieb der Kontakt zu dem Orchester stets bestehen. Nach dem Tod von Josef Weitensteiner im Jahre 1986 übernahm Franz-Josef Stürmer die Leitung des Sinfonieorchesters Bergheim. In seiner nunmehr zwanzigjährigen Dirigententätigkeit machte er aus dem damaligen Schülerorchester ein ambitioniertes Liebhaberorchester, dass durch seine besondere Qualität im Rhein-Erft-Kreis und darüber hinaus bekannt ist. Sein besonderes Verhältnis zum JSO formulierte er in einer "Liebeserklärung" an das Orchester (aus: Festschrift des JSO zum 20-jährigen Jubiläum 1988):
„Mendelssohn, 1. Satz, Allegro"! - Pause - „Mendelssohn, 1. Satz, Allegro!" Diesmal versuche ich, mir schon etwas lautstärker Gehör zu verschaffen; wenig Reaktion, aber aus gutem Grund: der Vorstand hat noch eine Besprechung (welche Farbe sollen die Programme zum Festkonzert denn nun haben); einige üben (die sollte ich wirklich nicht stören); einige „Übereifrige" versuchen sogar einzustimmen (geht natürlich nicht, es ist viel zu laut); die 2. Geigen diskutieren, wer an das 1. Pult muss (berechtigter Einwurf eines nach vorne Gedrängten: ich nicht, da hört er mich ja). „Ruhe!!!". Ein Bratschist versucht, mir mit ungeahnter Stimmgewalt zu helfen. Aber meine eigene Verwandtschaft fällt mir in den Rücken: der Tennistermin mit der Cellistin muss noch abgesprochen werden. Doch dann - endlich Ruhe. Die Probe kann beginnen.
Später - die Probe ist zu Ende. Auch ich bin ziemlich am Ende: heiser und schweißgebadet.
Warum habe ich mich nur freiwillig, einmal am Freitagabend und dann noch einmal am Samstagnachmittag, darauf eingelassen? Andere machen sich ein schönes Wochenende. Und ich: Stress, Leistungsdruck. Dabei wusste ich ja, was auf mich zukommt. Schließlich war ich vom 1. Tag des Orchesters mit dabei, habe manchmal selbst Herrn Weitensteiner mit „Üben, Stimmen und Schwätzen" genervt. Die Antwort ist einfach! Wir alle proben freiwillig am Wochenende, weil es uns Spaß macht. Spaß an der Musik, Spaß daran, gemeinsam gute Konzerte zu geben, Spaß am partnerschaftlichen Umgang zwischen Orchester und Dirigenten. Wie in jeder guten Partnerschaft dürfen einige wichtige Regeln nicht außer Acht gelassen werden: - Man muß den anderen Partner so annehmen wie er ist, mit all seinen „Macken". - Keiner sollte über den anderen dominieren. - Nur gemeinsame Anstrengung führt zum Ziel. Ich freue mich auf die gemeinsame Zukunft! Der Dirigent liebt sein Orchester!
Franz-Josef Stürmer
|